Unser Konzept

1. Betreuungsauftrag
Gemäß den Richtlinien der Stadt Haan zur Förderung von Kindern in Tagespflege fördert die Kindertagespflege “Knirpskiste” die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit, unterstützt und ergänzt die Erziehung und Bildung in der Familie und hilft den Eltern dabei, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können. Dabei umfasst der Förderauftrag Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Er schließt die Vermittlung orientierender Werte und Regeln ein. Die Förderung orientiert sich am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, an der Lebenssituation sowie den Interessen und Bedürfnissen des einzelnen Kindes.

2. Gesetzlicher Rahmen
Die Kindertagespflege Knirpskiste hat ihre gesetzliche Grundlage im Sozialgesetzbuch, dem Achten Buch Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) in der jeweils gültigen Fassung.
Die §§ 22 bis 24 SGB VIII und die §§ 43 und 90 SGB VIII sowie das Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz, KiBiz), Viertes Ausführungsgesetz NW zum Kinder- und Jugendhilfegesetz, regeln umfassend die Belange der Kindertagespflege und dienen als Grundlagen für die städtischen Richtlinien.

3. Betreuungsrahmen
Wir betreuen Ihre Kinder in liebevoller Atmosphäre in einer Kleingruppe mit bis zu 9 Kindern. Die Betreuung findet in einem hellen, großzügigen, ausschließlich zur Kinderbetreuung angemieteten und kleinkindgerecht eingerichteten Ladenlokal statt. Unsere Tageskinder können ab einem Alter von ca. 12 Monaten zu uns kommen und bei uns bleiben, bis sie alt genug und bereit sind, in den Kindergarten zu gehen.

4. Beschreibung der Gruppe
In der Gesamtheit dürfen wir 9 Betreuungsverträge abschließen. Wir streben eine gemischte Gruppe an, sowohl was das Alter der Kinder betrifft, als auch das Geschlecht. Optimal ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen in unterschiedlichem Alter (1 – 3 Jahre). Studien haben gezeigt, dass Kinder ein gutes Sozialverhalten in gemischten Altersgruppen besser erlernen. Daran orientieren wir uns.

5. Betreuungszeiten
Die Knirpskiste ist von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 7.30 – 14.45 Uhr und Freitags in der Zeit von 7.30 – 12.30 Uhr geöffnet.
Betreuungen außerhalb der regulären Betreuungszeiten sind nicht möglich.

6. Pädagogische Ziele, Inhalte und Methoden
Geborgenheit
Damit sich das Kind bei uns wohl und sicher fühlt, sind wir bemüht, eine Bindung zu dem Kind aufzubauen, die es ihm ermöglicht, sich in seiner Zeit in der Knirpskiste beschützt und behütet zu fühlen. Nur so ist es in der Lage sich gesund zu entwickeln. Da Kinder die Fähigkeit besitzen, mehrere “sichere Bindungen” einzugehen, stellt die Beziehung zwischen Tageseltern und Kind keine Konkurrenz zu der Eltern-Kind-Beziehung dar, sondern eine Erweiterung des Beziehungsangebots, welche die Entwicklung von Sozialkompetenzen des Kindes fördert.

Strukturen
Um den Kindern ein hohes Maß an Sicherheit und Geborgenheit zu geben, gestalten wir den Tages- und Wochenablauf durch immer wiederkehrende Abläufe weitest gehend geregelt, orientieren uns gleichzeitig aber auch an den Gewohnheiten des jeweiligen Kindes.

Entwickeln lassen / Freispiel
Die Kinder nach ihrem individuellen Entwicklungsstand zu fördern und zu begleiten, ist eine unserer vorrangigsten Aufgaben. Kinder müssen eigene Erfahrungen machen, um nachhaltig zu lernen, daher lassen wir die Kinder vieles selbst ausprobieren und entdecken. Wir verstehen uns dabei als “Forschungsassistenten”, die den Kindern in einer anregungsreichen Umgebung den Raum und die Zeit geben, ihre Umwelt eigenständig zu erkunden. Dabei bewegen wir uns auch im Hintergrund und beobachten die Kinder intensiv. So sind wir für sie jederzeit verfügbar und können ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, falls es alleine einmal wirklich nicht mehr weiter geht…

Soziale Kompetenzen
Da wir großen Wert auf den Erwerb sozialer Kompetenzen legen, verbringen wir täglich Zeit mit der Beschäftigung der Kinder im Gruppenkontext. Neben den gemeinsamen Mahlzeiten unternehmen wir Gruppenaktivitäten wie z.B. Musizieren, Singen und Spielen im Sitzkreis, Tanzen und Bewegungsspiele etc. Die Kinder werden daran gewöhnt, sich an erste Regeln zu halten, sie bekommen Werte vermittelt und sie werden gefördert, Konflikte zu lösen.

Kreativität
Unsere Tageskinder bekommen häufig Gelegenheit, ihre Kreativität ausleben zu können. Wir geben den Kindern dazu Zeit, Material und Anregungen, z.B. malen, kneten und musizieren wir regelmäßig mit den Kindern.

Sprache
Die Sprachentwicklung des Kindes wird bestimmt durch Hören und Ausprobieren. Dies bedeutet für uns, dass wir den Kindern diesbezüglich ein Lernfeld geben. Wir sprechen viel, klar und deutlich mit den Kindern. Wir stellen Fragen und geben Antworten, wir benennen Dinge und lassen sie benennen. Des Weiteren fördern wir über das Singen und das Vorlesen die Sprachentwicklung der Kinder.

Motorik
Sowohl Grob- als auch Feinmotorik fördern wir gezielt. Die Entwicklung der Grobmotorik unterstützen wir durch Turn-, Tobe-, Tanz und Bewegungsspiele. Die Kinder haben die Möglichkeit sich unter Aufsicht frei zu bewegen. Auch bei unseren Aufenthalten im Garten oder auf dem Spielplatz können die Kinder ihrem Bewegungsdrang nachkommen.
Die Entwicklung feinmotorischer Fähigkeiten begünstigen wir durch die Bereitstellung zweckmäßiger Spielgeräte und Materialien und die Durchführung entsprechender Übungsspiele.

7. Gesundheit / Ernährung
Das körperliche Wohlbefinden der Kinder liegt uns am Herzen: Wir achten auf gesunde, ausgewogene Ernährung, vorzugsweise in Bio-Qualität, und viel Bewegung, auch an der frischen Luft. Es ist grundsätzlich möglich, dass wir Ihrem Kind Medikamente geben, sollte dies notwendig sein. Dafür benötigen wir von den Erziehungsberechtigten eine schriftliche Aufforderung und vom behandelnden Kinderarzt eine schriftliche Anweisung. Bitte beachten Sie die Regelungen bei einer Krankheit des Kindes.
Das Mittagessen wird von uns gegen einen Unkostenbeitrag gestellt. Bei Kindern mit Allergien gegen bestimmte Lebensmittel ist eine Selbstverpflegung sinnvoll. Das Frühstück bereiten die Eltern zu Hause vor und geben es ihrem Kind mit in die Knirpskiste.

8. Schlafen
Die meisten Kinder schlafen während der Mittagsruhe von 12.30 – 14.15 Uhr. Viele Babys haben noch keinen festen Schlafrhythmus und schlafen daher nach Bedarf. Gemeinsam mit den Eltern legen wir fest, ob die Kinder im Schlafanzug, Schlafsack oder Unterwäsche die Mittagsruhe verbringen. Jedes Kind hat sein eigenes Bettchen und natürlich aus hygienischen Gründen auch seine eigene Matratze.

9. Körperhygiene / Sauberkeitserziehung
Die Kinder werden nach Bedarf gewickelt. Windeln und Pflegeutensilien sind von den Eltern mitzubringen.
Vor den Mahlzeiten, nach dem Spielen mit “schmutzigen” Material, nach dem Spielen draußen in der Natur sowie nach dem Gang auf das Töpfchen oder die Toilette werden die Hände gewaschen, bzw. werden die Kinder angeleitet, dies selbständig zu tun. Nach dem Mittagessen werden die Zähne geputzt und die Hände gewaschen.
Der Zeitpunkt für den Beginn zur Sauberkeitserziehung wird mit den Eltern abgestimmt.

10. Eingewöhnungsphase
Um Ihrem Kind die Möglichkeit zu geben, sich in Ruhe an uns zu gewöhnen und in die Gruppe einzufügen, nehmen wir uns für die Phase der Eingewöhnung mindestens die Zeit, die Ihr Kind dafür braucht. Da anfangs Ihre Anwesenheit notwendig ist, möchten wir Sie schon an dieser Stelle bitten, dies bei der Terminfindung für Ihren Wiedereinstieg ins Berufsleben zu berücksichtigen (2-3 Wochen sollten Sie dafür einplanen).

Grundphase
Die ersten Tage (mindestens 3) stellen dabei die Grundphase dar. Ein Elternteil kommt mit dem Kind jeweils für 1 – 2 Stunden in die Knirpskiste. Die Aufgabe des Elternteils ist es, ein “sicherer Hafen” für das Kind zu sein. Das Kind sollte nicht gedrängt werden, sich von der Mutter bzw. dem Vater zu entfernen. Wichtig ist, es immer zu akzeptieren, wenn das Kind die Nähe der Eltern sucht. Dem Kind wird die Möglichkeit gegeben, in seinem eigenen Tempo die Umgebung und die anwesenden Personen zu erkunden. Die Betreuungspersonen schenken dem Kind in dieser Phase eine besondere Aufmerksamkeit.

Trennungsversuch
Sollten Eltern und Tageseltern sich einig sein, dass das Kind sich sicher fühlt, probieren wir den ersten Trennungsversuch. Einige Minuten nach der Ankunft verabschiedet sich die Mutter / der Vater vom Kind und verlässt den Raum, bleibt aber in der Knirpskiste oder in unmittelbarer Nähe. Die Reaktionen des Kindes sind entscheidend für die Fortsetzung oder den Abbruch des Trennungsversuches.
Sollte sich das Kind bei diesem Trennungsversuch von der Betreuuerin trösten lassen, ist der Versuch geglückt. Falls sich das Kind nicht beruhigen lässt, kommt die Mutter / der Vater zurück zum Kind.

Stabilisierungsphase
In der Stabilisierungsphase wird die Trennungszeit ausgedehnt.
Einige Minuten nach der Ankunft verabschieden sich die Eltern und verlassen den Raum, bleiben aber noch in der Nähe, damit sie bei Bedarf zurückgeholt werden können.

Schlussphase
Sobald eine Stabilisierung eingetreten ist, verabschieden sich die Eltern und halten sich danach nicht mehr in der Knirpskiste auf. Die Eingewöhnungszeit ist damit beendet.

11. Zusammenarbeit mit den Eltern
Das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen den Eltern und den Betreuungspersonen ist von zentraler Bedeutung, schließlich vertrauen die Eltern uns ihr Wertvollstes an. Wir sind uns dessen bewusst und sind bemüht, sehr genau auf ihre Wünsche ein zu gehen. Auch das Kind muss spüren, dass die Eltern Vetrauen in die Tageseltern haben, nur so kann es diese ebenfalls annehmen und sich sicher und geborgen fühlen.
Daher ist eine offene Kommunikation dringend nötig, um Missverständnisse oder Missstände aus zu räumen.

Die erste Begegnung sollte mit beiden Elternteilen und den Betreuungspersonen zusammen in der Knirpskiste stattfinden. So können beide Seiten sich kennen lernen, Fragen stellen, ihre Ängste äußern, aber auch die Räumlichkeiten und die Umgebung besichtigen. Die Eltern können so mehr über die konkreten Abläufe und Methoden der Betreuung erfahren. Erste Fragen zum Betreuungsvertrag und den Rahmenbedingungen können geklärt werden.

Die Schweigepflicht in der Tagespflege ist eine wichtige Voraussetzung, damit gegenseitiges Verständnis und eine vertrauensvolle Beziehung zwischen den Betreuungspersonen und den Eltern des Tageskindes aufgebaut werden kann. Wie ein Kind sich in der Knirpskiste verhält, wird im Rahmen der Schweigepflicht ausschließlich mit den Eltern des Kindes kommuniziert.

Bei Bedarf oder auf Wunsch bieten wir den Eltern Gespräche an, um einen intensiveren Austausch zu ermöglichen.